Aufruf zur Mitwirkung am Modellprogramm "Soziale Orte"

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Menschen brauchen öffentliche Orte, an denen sie sich treffen und austauschen können. In vielen sächsischen Gemeinden fehlen diese Orte. Solche Orte des Zusammenlebens stärken jedoch das lokale Gemeinwesen ungemein. Ihre Bedeutung kann daher nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie werden deshalb auch als „Soziale Orte“ bezeichnet.

In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien darum vereinbart, das Gemeinwesen durch ein Modellprogramm „Soziale Orte“ zu stärken.

Mit diesem Förderprogramm konzentrieren wir uns auf Gemeinden, in denen diese Orte der Begegnung fehlen, vor allem im ländlichen Raum. Zugleich wollen wir auch in entwicklungsbedürftigen Stadtteilen in Großstädten eine Förderung solcher Sozialer Orte ermöglichen.

Für den Start und die weitere Umsetzung des Programms bitten wir herzlich um Ihre Unterstützung. Wir wollen uns möglichst bald einen Überblick darüber verschaffen, wo Soziale Orte dringend benötigt werden.

Daher bitten wir um Ihre Hinweise auf Vor-Ort-Initiativen, die Soziale Orte werden könnten oder sich gerade dazu entwickeln, weil sich Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden haben, um sich für ihr unmittelbares Gemeinwesen zu engagieren. Sie können uns mit Ihrer Ortskenntnis sehr weiterhelfen.

Aus unserer Sicht ist ein Sozialer Ort grundsätzlich gemeinwesenorientiert ausgerichtet. Er hat deshalb insbesondere folgende Charakteristika:

  • Er ermöglicht bürgerschaftliches Engagement entweder im Projektselbst oder für die Gemeinde bzw. das Quartier.
  • Er ist Motor für aktive Beteiligungsprozesse im Gemeinwesen.
  • Er richtet sich an alle Bevölkerungsgruppen und steht ihnen für Begegnung und Austausch offen.
  • Er ermöglicht Freizeit-, Kultur- oder niedrigschwellige Bildungsangebote.
  • Er dient der Förderung bestehender sowie dem Aufbau neuer lokaler Netzwerke.
  • Er stellt anderen Nutzergruppen bzw. lokalen Vereinen und Initiativen seineRäume zur Verfügung.

Darüber hinaus kann er auch ...
... Plattform für verschiedene Angebote der Daseinsvorsorge, wie z. B. Beratungs- oder Betreuungsangebote sein,
... die Einbindung der Zivilgesellschaft und von wichtigen lokalen Akteuren wie Verwaltung oder Wirtschaft ermöglichen.

Soziale Orte sind nicht auf nur auf einzelne Gruppen, z. B. Jugendliche, oder einzelne Themen konzentriert, sondern zielgruppen- und themenübergreifend ausgerichtet.

Ebenso bitten wir um Hinweise auf bereits bestehende Soziale Orte. Dies können beispielsweise Nachbarschafts- und Dorftreffs oder Gemeinwesenszentren sein.

Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns möglichst bald eine Rückmeldung geben könnten, in welchen Gemeinden der dringendste Handlungsbedarf wäre und wo es potentielle oder gerade entstehende Soziale Orte gibt.

Der Förderprozess hat bereits im Juli begonnen. Im Rahmen einer Interessenbekundung können Initiativen bzw. Träger zunächst Projektskizzen für Soziale Orte einreichen. Der Aufruf zur Interessenbekundung wurde am 8. Juli 2021 im Sächsischen Amtsblatt veröffentlicht. Nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren werden dann die Träger der erfolgversprechendsten Projekte zur eigentlichen Antragstellung bei der Sächsischen Aufbaubank aufgefordert werden. Einzelheiten ergeben sich aus der am 22. Juni 2021 vom Kabinett beschlossenen Förderrichtlinie „Orte des Gemeinwesens“, in der das Modellprogramm „Soziale Orte“ beschrieben ist. Sie wurde ebenfalls am 8. Juli 2021 im Sächsischen Amtsblatt veröffentlicht.

Das Programm soll Langzeitwirkung entfalten, weshalb eine Förderdauer von drei Jahren möglich ist. Wir gehen auf Grund der begrenzten Finanzmittel davon aus, dass in den ersten zwei Jahren etwa 12 bis 20 Projekte landesweit gefördert werden können.

Kontakt:
Frau Gottmann, Tel.: 0351 564-54969, Veronika.Gottmann@sms.sachsen.de und
Frau Dr. Rösler, Tel.: 0351 564-54930, Katrin.Roesler@sms.sachsen.de

www.sms.sachsen.de